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| Probstzella, 2 Tage

Kronach - Probstzella

Wetterlage: sonnig, heiß, 22°
  • 72,0
    72,0 km Strecke
  • 936
    936 Höhenmeter
  • 4:14
    4:14 h aktive Fahrzeit

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Kronach

nach Probstzella

  • Abfahrts/Ankunftsort

Ausgangspunkt: 96317

Sehenswürdigkeiten

  • Probstzella, Bauhaushotel
  • Rennsteig
  • Kleintettau

Mit dem Fahrrad über den Rennsteig.

Von unserem kostenfreien Parkplatz direkt unter der Burg Rosenberg haben wir Kronach über grobes Kopfsteinpflaster verlassen. 

Vorbei an einem Mahnmal zum Aussenlager des KZ Flossenbürg haben wir kurz nach Burggrub die ehemalige Zonengrenze passiert.

Ohne besondere Schwierigkeiten hat uns der gute Radweg nach Sonneberg geführt. Am Kreisverkehr wurden wir vom Sonneberg Reiterlein begrüßt.

Als "Pferdlein mit Pfeiflein im Ärschlein" ist es ein Wahrzeichen Sonnebergs als "Weltspielwarenstadt".

Bei Wikipedia steht: Vor dem Ersten Weltkrieg wurden im Raum Sonneberg rund 20 % der auf dem Weltmarkt gehandelten Spielwaren vorwiegend in Heimarbeit hergestellt.

Den Abstecher in die Stadt sollte man aber nur machen, wenn man explizit z.B. das Spielwarenmuseum besichtigen will, weil der Radweg schlecht und auf der Strasse sehr viel Verkehr ist.

Die Passage von Sonneberg nach Lauscha sind wir auf der Strasse gefahren, was aber bei wenig Verkehr gut machbar ist. Kurz vor Lauscha hat uns eine Baustelle leider zu einer Umleitung gezwungen. Über einen nicht fahrradtauglichen Anstieg

konnten wir danach auf einem Forstweg nach Lauscha radeln. Die Glasmacher und Glasbläser haben Lauscha überregional bekannt gemacht. Während unserer Einkehr im Glaszentrum konnten wir einem Künstler bei der Arbeit zusehen.

War das Profil der Strecke bisher immer leicht ansteigend, wurde es nun wirklich steil hinauf zum Rennsteig. Auf der Passhöhe der Strasse sind wir an einem Kriegerdenkmal für Thüringer Wintersportler in den Rennsteig eingebogen. Die Wege sind asphaltiert oder geschottert und mit ein bißchen Vorsicht problemlos zu befahren. Auf der Höhe angelangt mussten wir leider feststellen, dass Klimawandel und Borkenkäfer ganze Arbeit geleistet haben. Aus dem Thüringer Wald ist weitgehend eine fast baumlose Thüringer Hügellandschaft entstanden.

Vorbei am Griffel-Schiefersteinbruch (Schiefer minderer Qualität wurde zu Schreibwerkzeugen verarbeitet) und über Spechtsbrunn haben wir Kleintettau erreicht. Der Ort ist bekannt durch die Firma Heinz Glas, die Glasflacons für weltweit führende Parfümhersteller produziert. Über einen kuriosen Grenzverlauf mit seinen Konsequenzen zu Zeiten der Teilung, den "Kleintettauer Zipfel", kann man heute nur noch schmunzeln.

Hier haben wir den Rennsteig verlassen und konnten auf bester Strasse die Abfahrt hinunter zum Fluß Loquitz genießen. Kurz vor Lauenstein haben wir uns von einem Wegweiser "Radweg Probstzella 6 km" verführen lassen, von der geplanten Strecke abzuweichen . Auf losem Untergrund, fast nicht fahrbar, zunächst steil bergauf danach wieder bergab bereuten wir unsere Entscheidung, die Bundesstrasse im Tal entlang des Flusses verlassen zu haben, schwer.

Trotzdem sind wir wohlbehalten in Probstzella eingerollt und konnten im Bauhaushotel einchecken. Franz Itting als Geldgeber und Albrecht Arndt als Architekt haben hier von 1925 bis 1927 etwas Besonderes erschaffen. Heute eine mit viel Liebe wiederbelebte "Location". Sehr interessant was die Entstehung und die jeweilige Nutzung betrifft.

Bilder von der Radtour

Mahnmal für KZ Aussenlager von Flossenbürg
Kirche Burggrub
Rathaus Sonneberg
Steinach
Steinach
Datschas an den Hängen vom Thüringer Wald
"Schieferarchitektur" in Lauscha
Buntglasfabrik in Lauscha
Neben viel Kunsthandwerk hat auch der Kommerz Einzug gehalten
Hier haben wir auf den "verhängnisvollen" Radweg gewechselt
Schiefer für alle Zwecke
Kirche St. Lorenz in Probstzella
Das Rathaus von Probstzella
Der Bahnhof an dem während der deutsch/deutschen Teilung gefürchtete Kontrollen der Reisenden durchgeführt wurden
Heute ist das Gebäude ein Museum

Verpflegung

Kronach - Probstzella

Restaurant Bauhaushotel

Wildgulasch mit Blaukraut und böhmischen Knödeln Hamburger Schnitzel mit Spiegelei und Bratkartoffeln

Übernachtung

Reisedatum:
Das Hotel bezeichnet sich selbst als "Denkmal der Moderne"

Sehenswürdigkeiten

Probstzella, Bauhaushotel


Ein Hotel mit interessanter Entstehungsgeschichte. Die wechselvolle Geschichte, wird von dem jetzigen Eigentümer liebevoll aufbereitet und gepflegt
Der Architekt des Hotels ...
... und sein Geldgeber
Sogar Garagen waren vorgesehen
Die Zimmer im Bauhausstil gestaltet
Im roten Saal fanden Theater- und Opernaufführungen statt
Und es gab auch regelmäßig Kinoveranstaltungen
Die Arndt´sche Terrasse hatten wir für uns ganz alleine
In dem Hotel gab es auch eine Bowlingbahn
Im blauen Saal ist heute das Restaurant ...
... und mit Kunst von Gertrud Arndt , der Frau des Architekten, dekoriert
Der obere Eingang zum roten Saal
Der Seerosenteich
Unterhaltungselektronik aus der Anfangszeit
Kunst von Gertrud Arndt

Rennsteig


Ein ca 170 km langer Wanderweg von Eisenach bis Blankenstein, wir haben ein kurzes Stück von Lauscha bis Kleintettau befahren
Kriegerdenkmal für Thüringer Wintersportler
Borkenkäfer und Klimawandel machen dem Thüringer Wald sehr zu schaffen
Der Griffel Steinbruch
An mehreren Punkten werden ausgefallene Geschichten während der Teilung beschrieben
Unmengen an Holz lagert den Weg entlang ...
... um mit solchen Lastern abtransportiert zu werden

Kleintettau


Die Glasfabrik Heinz existiert hier seit Jahrhunderten und produziert heute Flacongläser für namhafte Parfümmarken, sehenswert auch ein kurioser Grenzverlauf während der deutsch/deutschen Teilung
Der Stammbaum der Familie Heinz am Garagentor
Die bayerisch-thüringische Grenze wird hier mehrfach überfahren
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