Odessa, 46 Tage
Drive & Bike in Osteuropa
Es gibt ja Menschen, die glauben, das Leben finge mit 66 Jahren erst an. Wenn ich aber von einem fiktiven Maßband, das 80 cm lang ist, in meinem konkreten Fall 67 cm abschneide, dann bleibt nicht mehr so wahnsinnig viel übrig.
Deshalb wollte ich mit einer mehrwöchigen Fahrradtour noch einmal ein großes Abenteuer starten. Das Ziel sollte Odessa am Schwarzen Meer sein. Halbinsel Krim, JU 52 und eben Odessa waren mir schon als kleines Kind ein Begriff, weil mein Vater, Jahrgang 1924, nachweislich Mitglied jener Einheit war, die nach nur zwei Monaten bei Sewastopol "vernichtet" wurde. Er hat überlebt, und wurde mit einer JU 52, schwer verwundet, nach Odessa ausgeflogen.

Im Lexikon der Wehrmacht ist Folgendes zu lesen:
Entstanden am 15. Oktober 1942 durch die Umbenennung des Infanterie-Regiments 289 und der 98. Infanterie-Division unterstellt. Am 14. Februar 1943 wurde das Regiment aufgelöst, die Reste wurden auf die Division verteilt.Neu aufgestellt am 1. März 1944 auf der Krim aus dem Grenadier-Feldausbildungs-Regiment 615 und bereits im Mai 1944 in Sewastopol vernichtet.Erneut aufgestellt im Juni 1944 bei Agram. Bei Kriegsende stand das Regiment in Italien.
Da nun der kleine Mann aus Moskau momentan versucht, die Welt "geopolitisch" zu verändern, ist die Tour nach Odessa, wie 2020 geplant, nicht mehr möglich. Deshalb habe ich mich alternativ als Ziel für das Donaudelta entschieden.
In den letzten Wochen und Monaten gab es mehrfach Grund der Ereignisse zu gedenken, die vor 80 Jahren ein Ende genommen haben. Weil Vergessen für mich keine Lösung ist, wollte ich auf meiner Tour der jüdischen Kultur, dem jüdischen Leben und leider auch dem Sterben einen gewissen Raum einräumen. Vielleicht können wir so unseren (kleinen) Beitrag gegen Antisemitismus leisten.
Warum ich immer wieder gen Osten reise?
Ich kann mich noch gut erinnern, dass es noch Anfang der 1960er Jahre, als ich ein kleines Kind war, bei uns Menschen gab, die "Flüchtlinge" waren. Wie unlängst in der SRZ zu lesen, kamen allein nach Sulzbach-Rosenberg 5000 Menschen vornehmlich aus dem Eger- und Sudetenland, sowie aus Schlesien. Heute können wir diese Regionen problemlos bereisen. Und weil das auch schon 80 Jahre her ist, gibt es auch nicht mehr so viele Zeitzeugen, die davon berichten können, wie es ist, wenn man innerhalb von Stunden seine Heimat nur mit dem Allernötigsten verlassen muss. Auch das sollte man nicht vergessen.
Zu meiner größten Überraschung und zugleich meiner größten Freude hat sich meine Frau kurzfristig entschieden, mit mir auf "Tour" zu gehen. Deshalb wird jetzt aus der Fahrradtour eben die Tour "Drive & Bike".
Reisetagebuch Odessa, 46 Tage
Tag 45: Nochmal eine kleine Rundfahrt durch "Klösterreich"
Wann ist ein Leben lebenswert?
Tag 43: Zum Hochbarock nach Melk
Ein Stück weiter die Donau aufwärts nach Melk.
Tag 41: Endgültig wieder im deutschsprachigen Raum angekommen
Haltestelle Wien Zentralfriedhof.
Tourkarte Odessa, 46 Tage
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Tag 1: Siebeneichen - Litomerice (Leitmeritz), Litomerice - Roudnice nad Labem (Raudnitz an der Elbe) - Račice
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Tag 2: Terezin (Theresienstadt), Stadtrundgang Litomerice (Leitmeritz)
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Tag 3: Schloß Ploskovice
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Tag 4: Mit dem Auto nach Pardubice (Pardubitz), Pardubice - Kladruby nad Labem (Kladrub an der Elbe)
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Tag 5 Pardubice (Pardubitz)
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Tag 6: Fahrt mit dem Auto nach Polen ...
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Tag 7: Die Besichtigung der Altstadt von Krakau
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Tag 8: Krakau - Wieliczka
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Tag 9: Oświecim (Auschwitz)
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Tag 10: Prešov
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Tag 11: Spišsky Hrad (Zipser Burg)
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Tag 12: Über Ungarn nach Rumänien
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Tag 13: Durch die Ostkarpaten über den Gutin Pass nach Viseu de Sus (Oberwischau)
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Tag 14: Mit der Wassertalbahn auf den Spuren der Holzfäller
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Tag 15: Über den Pasul Prislop (Prislop Pass) in die Region Moldau
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Tag 16: Kloster Voronet und Kloster Humor
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Tag 17: Über den Bicaz Stausee nach Piatra Neamt (Kreuzburg an der Bistritz)
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Tag 18: Kleine Runde um die Seen der Bistritz
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Tag 19: Fahrt nach Galati (Galatz) an der Donau
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Tag 20: Mit der Fähre über die Donau und dann nach Tulcea (Tultscha)
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Tag 21: Mit dem Schiff in´s Donau Delta nach Sulina
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Tag 22: Mit dem Rad durch´s Donaudelta nach Sfantu Gheorghe
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Tag 23: Sfantu Gheorghe
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Tag 24: Auf dem Wasser nach Tulcea, auf der Strasse nach Silistra
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Tag 25: Zum Kloster Dervent nach Rumänien
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Tag 26: Noch einmal über Rumänien nach Vidin
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Tag 27: Die Stimmung ist immer noch gut
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Tag 28: Panoramastrasse an der Donau
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Tag 29: Noch einmal 60 km an dem "See" Donau entlang
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Tag 30: Die Hauptstadt Belgrad
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Tag 31: Ein Abstecher nach Kroatien
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Tag 32: Schon mal ein Ausflug nach Ungarn
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Tag 33: Auf zur nächsten Hauptstadt
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Tag 34: Budapest Rundfahrt
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Tag 35: Ein kurzer Satz in die Slowakei
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Tag 36: Nach Esztergom mit dem Auto
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Tag 37: Spaziergang in Vac
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Tag 38: Weiter donauaufwärts nach Bratislava
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Tag 39: Nach Österreich auf den Spuren der Römer
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Tag 40: Rundfahrt Bratislava
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Tag 41: Endgültig wieder im deutschsprachigen Raum angekommen
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Tag 42: Stadtrundfahrt Wien
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Tag 43: Zum Hochbarock nach Melk
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Tag 44: Vom Himmel in die Hölle
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Tag 45: Nochmal eine kleine Rundfahrt durch "Klösterreich"
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Tag 46: Zurück nach Siebeneichen