Horchposten im kalten Krieg.
Wir haben am ehemaligen Bahnhof in Waldmünchen kostenfrei geparkt. Von dort ist es nur ein kurzes Stück durch die Stadt zum Perlsee, der am Morgen von Allerheiligen nur von uns und wenigen "Hundegängern" besucht wurde.

Vorbei am Campingplatz sind wir oberhalb der Schwarzach auf einem sehr guten Radweg zum Grenzübergang nach Höll geradelt.
Unmittelbar nach der der Grenze, rechts, etwas versteckt am Waldrand, weist eine Schautafel auf die ehemalige Glasmacherfabrik der Familie Ziegler hin.


Nach nur einem kurzen Stück auf der Strasse von Waldmünchen nach Klenči (Klentsch) sind wir links in einen Forstweg abgebogen. Moderat bergauf waren wir schnell in Jindrichova Hora (Heinrichsberg).

Von dem Dorf, in dem vor dem Krieg ca. 250 Menschen lebten, sind nur noch wenige Häuser, heute als Ferienhäuser genützt, erhalten. Den kurzen Abstecher zum Sendeturm Lesik muss man nicht unbedingt machen, hat dann aber auch nicht diesen Ausblick

zum Čerchov.
Wieder auf der Strasse Richtung Klenči sind wir noch ca. zwei Kilometer bergauf bis zum Wanderparkplatz geradelt. Hier beginnt der direkte Weg zum Gipfel des Čerchov, dem höchsten Berg im Oberpfälzer Wald. Zunächst auf gutem Asphalt, später auf "Panzerplatten" geht es zum Schluss ganz schön steil bergauf.

Dafür wurden wir oben mit der komplett neuen Restauration entschädigt, die keinen Wunsch nach Komfort offen lässt.

Nach dem Mittagessen haben wir den obligatorischen Aufstieg zum Aussichtsturm unternommen. Für 1 € pro Person ein Vergnügen, das man sich leisten sollte. Bei gutem Wetter kann man nicht nur die herrliche Landschaft dies- und jenseits vom Grenzverlauf am Bergkamm bestaunen. In südlicher Richtung ist z.B. auch das NATO Gegenstück am Hohen Bogen zu sehen.

Bei der Abfahrt durch den bunten Herbstwald

haben wir zuerst die ehemalige Kasernenanlage in Malinova Hora (Himbeerenberg) passiert,

die heute nicht mehr als Truppenunterkunft dient.
Die weitere Abfahrt hatte dann noch einige sehr steile Passagen parat. Gerade wegen dem vielen Laub, das den Weg bedeckte, war dabei schon vorsichtiges Fahren angesagt.
In Liskova (Haselbach) sind wir dann wieder auf die gute Strasse Richtung Waldmünchen eingebogen. Bis 1989 war hier am Schlagbaum die Welt zu Ende. Seit der Grenzöffnung 1990 liegt das Dorf aber wieder mitten in Europa, wenn auch die Tankstellen, Geschäfte und Restaurants nicht mehr an das Dorf von früher erinnern.
Ab hier sind wir den gleichen Weg zurück nach Waldmünchen gefahren. Dabei hat uns der Perlsee wieder mit einer neuen Facette überrascht.
