Heute steht die Königsetappe meiner Tour an.
Vom Kuckuck geweckt und gut gefrühstückt trete ich meine Tour hinauf nach Horská Kvilda an. Schon auf den ersten Kilometern bis Nyrsko und dann weiter nach Bešiny zeigt sich das ganze Profil des Böhmerwalds. Die Gipfel von dichtem Wald bedeckt, sobald das Gelände nicht mehr ganz so steil ist, ausgedehnte Wiesen, und dazwischen ducken sich kleine Dörfer oder Städte, verbunden mit Strassen, die sich durch die Landschaft schlängeln. Es geht immer mehr oder weniger steil rauf oder runter. Die "Tachonadel" schwankt also immer zwischen 6 km/h und 60 km/h.
An diesem Punkt, habe ich mich für Sušice entschieden.
Doch bevor ich dort eingerollt bin, habe ich noch eine Pause im Schloß Hradek eingelegt. Das ganze Areal ist sehr schön restauriert und dient heute als Wellnesshotel.
Ab hier rollt es bis nach Sušice hinunter, das im Tal des Flusses Otava liegt.
Wie im Vorfeld beschrieben, war ich hier seit 1977 nicht mehr. Und der Zufall wollte es, dass ich mein Rad genau an dem Wandrelief abgestellt hab, das ich damals schon fotografiert habe. Heute hab ich deswegen dort gehalten, weil ich am Bankautomaten Geld abheben wollte. Insgesamt steht Sušice in voller Blüte, aber das markante Haus mit dem Sgraffito hat sich leider nicht verändert und steht offensichtlich leer.
Die nächsten 10 km führen auf einem perfekten Radweg immer die Otava entlang, bis zur Auffahrt zur Kirche St.Maurenzen. Ein wirklich heftiger Anstieg, der sich nach meiner Meinung aber lohnt. Die Wehrkirche ist eine der ältesten Kirchen im Böhmerwald überhaupt. Auch hier zeigen die Grabinschriften ausschließlich deutsche Namen.
Wieder hinunter zur Otava und weiter bis Rejštejn. Hier gibt es noch einmal vielfältige Gelegenheit sich auf den Anstieg vorzubereiten. Dann, einmal links abgebogen, geht es für die nächsten 10 km nur noch bergauf, im Wechsel zwischen mindestens 6% und höchstens 13%. Aber das Gute am heutigen Tag: Ich bin wieder nicht nass geworden, zumindest nicht vom Regen.